Auf ein Jahr gutes Leben

auf der Dachterrasse der Jesuitenmission

Eine Sache, auf die unsere Referenten uns beim letzten Seminar aufmerksam gemacht haben, ist: euer Freiwilligendienst beginnt schon jetzt! Nicht bei der Ausreise, nicht erst vor Ort. Deshalb werde ich auch jetzt schon meinen ersten Eintrag veröffentlichen. Aber worüber soll man denn berichten, wenn man noch daheim sitzt?

Nun ja, abgesehen davon, dass ich in den nächsten Wochen vielleicht über meinen Erfolg oder Misserfolg beim Erlernen der lettischen Sprache berichten werde, gehört zu einem freiwilligen internationalen Jahr bei den Jesuit Volunteers eine umfangreiche allgemeine Vorbereitung. Nach einigen kürzeren online-Seminaren zu Themen wie Globalisierung, Konfliktbewältigung und Gerechtigkeit durften wir uns letzte Woche endlich wirklich treffen und kennenlernen. Im Mittelpunkt der sechs Seminartage stand das Thema Armut in Deutschland und weltweit. Wir wurden unter Anderem mit folgenden Fragen konfrontiert:

Was bedeutet Armut für dich?
Was macht ein gutes Leben aus?
Wie lebst du?
Was bedeutet Luxus für dich?

Die Beschäftigung mit diesen Fragen führt bei mir immer wieder zu neuem Bewusstsein und Dankbarkeit darüber, in welchem Luxus ich aufgewachsen bin, mit wie vielen Privilegien und wie wenigen Sorgen. Woran denkt ihr bei dem Wort Luxus? In erster Linie denke ich an teure Hotels mit großen Whirlpools. Doch kaum stellt mir jemand die Frage im Kontext der Armut, verwandelt sich der Begriff Luxus in meinem Kopf zu einer warmen Dusche, einer guten Tasse Kaffee am Morgen oder das Klavier, das in meinem Zimmer steht. Ich lebe doch also vollkommen im Luxus!

Lebe ich auch ein gutes Leben? Auf die Frage, was ein gutes Leben ausmacht, antworteten alle in unserer Gruppe, unabhängig voneinander, recht ähnlich. Sind die Grundbedürfnisse wie Hunger und Durst gestillt, geht es für uns um Familie und Freunde, um Gemeinschaft und Sicherheit. Auch um neue Erfahrungen und Eindrücke. Mindestens drei dieser Begriffe haben viel mit unserem Freiwilligendienst zu tun. Also: auf ein Jahr der Gemeinschaft, Erfahrungen und Eindrücke. Auf ein Jahr gutes Leben.

8 Gedanken zu “Auf ein Jahr gutes Leben

  1. Hey Annika,
    ich hab mir gerade alles hier durchgelesen.
    Die Arbeit und die Organisation klingt echt spannend!
    Ich wünsch Dir eine schöne Zeit und freu mich bisschen dabei sein zu dürfen 😀

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Annika,
    auch ich habe mir das heute alles angesehen und durchgelesen. Ich/wir wünschen dir eine schöne Zeit in Lettland. Sind schon sehr gespannt dein Jahr hier mitzuerleben.
    Hab Spaß, sammel ganz viel Erfahrung und komm glücklich und gesund wieder. 😘🍀
    Deine Nachbarn

    Gefällt 1 Person

  3. Liebe Anika,

    ich bin schwer beeindruckt von deinem Mut und deinen Ansichten und freue mich schon sehr in Zukunft von dir und deinen Erfahrungen und Eindrücken zu lesen.
    Sei dir Gewiss: auch du wirst Eindrücke hinterlassen und Erfahrungen schenken und wertvoll für (d)eine Gemeinschaft sein.
    Ich wünsche dir für dein Jahr an deinem Bestimmungsort alles erdenklich Gute, noch mehr Mut, Zuversicht und Gottes Segen. (den kann man immer brauchen).
    Florian aus Brannenburg

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